Die Geschichte des Marathonlaufs

Oldenburg_4Die Ursprünge des modernen Marathonlaufs liegen im antiken Griechenland und gehen auf einen populären Mythos zurück. 490 vor Christus versuchte der persische König Dareios I. seinen Einfluss auf die griechischen Stadtstaaten auszuweiten. Bei Marathon stellte sich ihm das Heer von Athen in den Weg. Nach einer verheerenden Schlacht konnten die Griechen die Perserarmee tatsächlich bezwingen.

Der Läufer Pheidippides brach von Marathon ins 40 Kilometer entfernte Athen auf, um dort den Sieg zu verkünden. Dort soll er nach der Überbringung der Siegesbotschaft vor Erschöpfung tot zusammengebrochen sein.

So imposant diese Geschichte auch ist, es ist anzunehmen, dass sie frei erfunden ist. Zumindest gibt es aus zeitgenössischen Quellen keine Hinweise darauf, dass dieser Gewaltlauf von Marathon nach Athen wirklich so stattgefunden hat.

Marathon als moderne olympische Disziplin

Im 18. Jahrhundert entdeckte man die Leidenschaft für Langstreckenläufe wieder. In England und den Vereinigten Staaten traten Läufer auf Strecken zwischen 20 Meilen (32,18 Kilometer) und 30 Meilen (48, 27 Kilometer) gegeneinander an. Diese Veranstaltungen waren auch bei den Zuschauern sehr beliebt. Vor allem die Möglichkeit Wetten abzuschließen erfreute sich großer Beliebtheit und zog viele Menschen an.

Der moderne Marathonlauf wurde bei den ersten Olympischen Spielen 1896 in Athen eingeführt. Ein paar Jahre zuvor hatte man Überreste der historischen Schlacht bei Marathon in Ausgrabungen entdeckt. Mit der allgemein herrschenden Begeisterung für das antike Griechenland wurde auch die Geschichte um den Marathonläufer Pheidippides zu neuen Leben erweckt. Es schien daher nur logisch, den Marathonlauf olympisch zu machen.

Der erste moderne Marathon fand jedoch schon einen Monat vor den Olympischen Spielen statt. 11 Läufer starteten in Marathon und liefen die angeblich historische Route nach Athen. Bezeichnenderweise starb keiner der Teilnehmer an Erschöpfung.

Der Marathonlauf als Massenereignis

Zum Massenphänomen wurde der Marathonlauf in Deutschland in den 70er-Jahren. Durch Aktionen wie “Trimm dich!” und “Laufen ohne Schnaufen” gewann der Laufsport massiv an Zulauf.

1979 fanden alleine in Deutschland über 50 Marathonläufe statt. 2005 wurden in der Bundesrepublik bereits 153 Marathonveranstaltungen absolviert. Für viele Amateursportler ist der Marathon der ultimative Härtetest. Auf der 42 Kilometer langen Laufstrecke kämpfen Läufer oft mehr gegen sich selbst als gegen ihre Mitläufer. Vielen geht es nicht um die Bestzeit, sondern darum, den Marathon überhaupt zu Ende zu laufen. Es ist die Herausforderung, die viele Menschen anzieht.

Zahlen und Fakten

Der erste moderne Gewinner eines olympischen Marathonlaufs hieß Spyridon Louis und gewann 1896 mit einer Zeit von 2:58:50 h.

Für Frauen wurde der Marathonlauf erst 1984 olympisch.

Die heute obligatorische Marathondistanz von exakt 42,195 Kilometer wurde erst 1924 vom internationalen Verband für Leichtathletik festgelegt.